"Schrödingers Bier" ist keine neue Marke auf dem Biermarkt, sondern ein bei uns geschaffenes, physikalisches Phänomen: Die zwanzigste Flasche aus einer Beck's-Kiste war gleichzeitig an der Kasse stehen geblieben und in der Tasche einer Kundin verschwunden – bis zu dem Moment, in dem jemand die Videoaufzeichnung von dem Vorgang ansah.
Aber mal von vorne:
Eine Kundin hatte eine Kiste Bier mit 20 Flaschen gekauft. Da sie die Kiste aber nicht am Stück transportieren konnte, füllt sie die Flaschen in Taschen um und ließ den Rahmen gegen die 1,50 € Pfanderstattung zurück – eigentlich ein völlig alltäglicher Vorgang.
Etwas später rief sie hier an. Zu Hause hatte sie nämlich festgestellt, dass sie nur neunzehn Flaschen mitgenommen hatte. Die fehlende Flasche müsse wohl an der Kasse stehen geblieben sein, mutmaßte sie. Vermutlich, das war jedenfalls ihre Vermutung, handelte es sich dabei um die Flasche, welche sie meinem Mitarbeiter zum Scannen gegeben hatte. Offenbar hatte sie die Flasche danach nicht wieder eingepackt – und selbstverständlich sollen wir ihr diese nun aushändigen.
Das wäre grundsätzlich sogar nachvollziehbar. Es bleibt ja tatsächlich gelegentlich etwas an der Kasse liegen und es ist auch eigentlich noch nie ein Problem gewesen.
Da sich niemand an eine zurückgelassene Bierflasche erinnern konnte, musste in diesem Fall ein Blick in die Videoaufzeichnung nachhelfen. Darauf ist netterweise mit absoluter und vollkommen zweifelsfreier Sicherheit zu erkennen, wie die Kundin nach dem Bezahlvorgang die Flasche zurück in die Kiste steckte und schließlich am Packtisch eine Flasche nach der anderen aus dem Beck's-Kasten nahm und in ihre Taschen packte. Insgesamt zwanzig Stück. Keine einzige blieb auf dem Kassenband zurück, keine Flasche verblieb einsam in dem grau-grünen Kunststoffrahmen und schon gar nicht machte sich später irgendeine Bierflasche selbständig auf den Weg zurück in die Getränkeabteilung.
Die Frau war danach noch einmal persönlich hier und hat von der Kollegin gesagt bekommen, dass wir ihr keine weitere Flaschen aushändigen werden, da sie definitiv ihre 20 Flaschen mitgenommen hatte. Die Kundin regte sich auf, erzählte etwas von schlechter Google-Bewertung und stapfte davon.
Später rief sie wieder an. Mein Stellvertreter ging ans Telefon und berichtete, was es zu berichten gab: Alle Flaschen mitgenommen, sie kann sich das Video auch gerne selber ansehen – aber von all dem wollte die Frau nichts wissen. Sie will hier zukünftig nicht mehr einkaufen, denn so muss man sich als Kunde nicht behandeln lassen.
Ich rätsle immer noch, an welcher Stelle das so eskaliert ist. Jetzt werden wir dafür bestraft, dass die Kundin irgendwo eine Flasche Bier verschludert hat. "Im Zweifelsfall für den Kunden", so arbeiten wir hier eigentlich immer, aber in diesem Fall gab es nun ganz und gar keine Zweifel auf unserer Seite. Ich hätte ihr beweisen können, dass sie sämtliche Flaschen eingepackt hat, aber das Video wollte sie ja gar nicht sehen.
Ich weiß auch nicht, manchen Leuten ist nicht zu helfen …
Vor einer Weile war ich im Netz über diese Frage gestolpert:
Fred trifft in einem Restaurant einen Antiquar. Voller Freude behauptet dieser, er besitze ein Buch aus dem Jahr 1925 mit dem Titel "Meine Erlebnisse im ersten Weltkrieg".
Fred überlegt und kommt zu dem Schluss, dass der Antiquar ihn angelogen hat.
Warum?
Klar, wieso sollte jemand den ersten Weltkrieg als "ersten Weltkrieg" bezeichnen, wenn er noch gar nicht wusste, dass ein zweiter Weltkrieg folgen würde. Der Antiquar musste also zwingend gelogen haben!
Das ist zumindest die offizielle Antwort auf diese Frage.
Aber ist das auch wirklich richtig? Ich fing an zu überlegen, wie die Leute damals den Krieg, den wir heute als "ersten Weltkrieg" bezeichnen, überhaupt genannt haben. "Den Krieg"? "Den großen Krieg"? Ganz anders?
Tatsächlich wurde er überwiegend als "der Krieg" und "der große Krieg" betitelt, teilweise auch schon aufgrund der Vielzahl der beteiligen Nationen als "Weltkrieg" ohne eine Nummerierung.
Aber eben auch ohne die zwingende Implikation, dass ein zweiter Weltkrieg folgen würde, war der erste Weltkrieg nun mal der erste Krieg dieses weltweiten Ausmaßes und tatsächlich wurde der erste Weltkrieg auch schon vor dem zweiten Weltkrieg durchaus als
erster Weltkrieg betitelt. Zum Beispiel vom Offizier und Kriegsberichterstatter
Charles à Court Repington (Buch "The First World War, 1914–1918", Herausgegeben von Constable, 1920) und auch der Philosoph
Ernst Haeckel sprach schon im September 1914 davon, dass dieser europäische Konflikt der "erste Weltkrieg im wahren Sinne des Wortes" werden würde.
Also: Auch
vor dem 2. Weltkrieg wurde der 1. Weltkrieg durchaus schon so bezeichnet.
Inzwischen habe ich ein Angebot für das Verlegen eines
Kautschukbodens in dem Raum vor dem Leergutautomaten bekommen. Ist nicht ganz so teuer wie die
Epoxy-Beschichtung, aber ich empfinde auch 3.500 Euro netto noch für zu viel.
Damit will ich nicht das Material und schon gar nicht die Arbeitsleistung (Nachts / am Wochenende!) abwerten und das ist natürlich auch schon ein gewaltiger Unterschied zu 6.400 Euro, aber selbst bei diesem Preis fühlt es sich noch falsch an. Wir reden immerhin über eine Fläche von nur knapp zehn Quadratmetern.
Dass dieser
zerfledderte graue Anstrich in dem Bereich vor unserem Leergutautomaten nicht toll ist, darüber brauchen wir nun wirklich nicht zu streiten. Aber …
Nachdem die Kürbisse hier nun ziemlich genau zwei Wochen
im Laden herumstanden und von den Kunden ignoriert oder als zu teuer erachtet wurden, ging die gesamte Ware heute, abzüglich eines verkauften Kürbisses, heute in die Tonne. Zwischen komplett aufgelösten und "nur" schimmeligen Kürbissen war alles dabei – aber nicht einer von den verbliebenen Kürbissen hat überlebt.
Schade.
Ein ziemlich heruntergekommener Mann betrat von den Kollegen unbemerkt den Laden und steuerte direkt das Regal mit den Spirituosen an. Offenbar wollte er wohl eine Flasche Wodka unserer Eigenmarke klauen, denn er versuchte über eine Minute lang mit aller Kraft, die angebrachte Warensicherung zu entfernen. Relativ erfolglos, weshalb er die Flasche schließlich wieder ins Regal stellte und unverrichteter Dinge den Laden wieder verließ.
Im Video nur schwer zu erkennen ist, dass er zwischendurch den Deckel der Flasche abgeschraubt hatte, vermutlich in der Annahme, die am Hals der Flasche angebrachte Sicherung dann entfernen zu können. Aber auch das hat nicht geklappt. Dadurch, dass die Flasche nun geöffnet war, sind wir ihm überhaupt erst auf die Schliche gekommen. Ob geklaut oder nicht, die Flasche war nun ohnehin ein Totalverlust, denn so konnte man sie natürlich nicht mehr verkaufen …
Vielen Dank an Honza, der auf einer Dose "MIZU MATE" in der Sorte Mango diesen Strichcode entdeckt hat. Die spontane Vermutung, dass die Dekoration Mateblätter sein könnten, hat sich bei genauerer Betrachtung erledigt. Das Blatt rechts sieht aus wie von einem Eichenbaum und auch das linke Blatt hat, da kein gezackter Rand, mit Mate wohl auch nicht viel zu tun …
Irgendwelche Ideen? Ich habe jedenfalls keine Ahnung.
Das leidige Dauerthema Ladendiebstahl … Besonders schmerzlich ist dabei die sogenannte Beschaffungskriminalität: Da wird nicht geklaut, weil jemand Hunger hat, sondern weil sich die Ware anschließend zu Geld machen lässt – und da werden dann nicht nur ein paar Teile für den Eigenverbrauch gestohlen, sondern Artikel, die man möglichst effizient zu Geld machen kann, und davon möglichst viel.
Ein Teil des Diebesguts landet mutmaßlich, nein: ziemlich sicher!, bei Wiederverkäufern, beispielsweise den vielen begehbaren Kiosken aka Quickshops hier in der Stadt. Dort lässt sich die originalverpackte Markenware problemlos wieder verkaufen, nachdem die Junkies etwa 10 Prozent vom eigentlichen Verkaufspreis bekommen haben.
Um diesen Weg zumindest etwas unattraktiver zu machen, haben ich mir vor einer Weile schon etwas einfallen lassen: Die Ware mit Aufklebern versehen, aus denen die Herkunft hervorgeht. Sowas wie TÜV-Siegel, die nicht mehr problemlos zu entfernen sind und beim Versuch auseinanderfallen. Leider ist diese Art Aufkleber relativ teuer (ca. 15 Cent pro Stück) und damit komplett aus dem Rennen. Deutlich günstiger sind kleine, runde Papieretiketten, die ich nun einfach mal probeweise bestellt habe und die wir demnächst einfach mal ergänzend zu unseren normalen Warensicherungsetiketten mitten auf die Vorderseiten besonders gefährdeter Artikel kleben werden.
Darauf steht unmissverständlich, dass das jeweilige Produkt nur bei uns im Markt legal erworben werden kann.
Natürlich verhindert so ein Aufkleber keinen Diebstahl. Aber er macht die Ware für potenzielle Hehler zumindest ein bisschen unattraktiver. Schließlich ist es einigermaßen erklärungsbedürftig, wenn im Kiosk um die Ecke plötzlich Produkte mit unserem Namen im Regal stehen. Bleibt die Frage, ob es überhaupt irgendjemanden, Hehler wie deren Kunden, auch nur annähernd interessiert. Oder ob diese Aufkleber überhaupt jemand liest. Das Phänomen ist ja hinlänglich bekannt.
Ob es etwas bringt? Wir werden sehen. Einen Versuch ist es wert. Da reicht es natürlich nicht, mal ein paar Artikel zu bekleben. Aber wenn man das dauerhaft macht und die Diebstähle damit nachhaltig verhindert werden, ist viel gewonnen. (Entschuldigt meine augenscheinliche Naivität, sowas entsteht aus purer Verzweiflung.)
Das Fahrradzubehör von Bike Broz haben wir nun schon
über zwei Jahre im Sortiment und es läuft auch ganz gut. Nun ist es aber so, dass wir von dem Hersteller im Grunde nur Dinge bekommen, die man für die Reparatur und Wartung seines Fahrrad braucht: Schläuche, Flickzeug, Bremsbeläge, Chemikalien zum reinigen und schmieren, Bremszüge und ähnliche Artikel. Wir haben zwar auch ein paar Reflektoren, Luftpumpen und Klingeln, aber die große Masse besteht eben aus dem Material, dass man eher in einer Fahrradwerkstatt benötigt.
Sättel, Schlösser, Tachos und all so ein Zeug befindet sich nicht im Portfolie von Bike Broz, aber dabei könnten wir gerade mit Schlössern wohl relativ viel Umsatz machen. Das ist zumindest der Artikel von denen, die wir nicht im Fahrradregal haben, nach dem am häufigsten gefragt wird. Ich verstehe ja das Problem von Bike Broz, ich hatte nämlich schon einmal nachgefragt: Der eine Kunde möchte ein Zahlenschloss, der andere eines mit Schlüssel. Kabelschloss, Faltschloss, Bügelschloss oder doch lieber mit einer Kette? Und wie lang? Und in welcher Sicherheitsstufe? Die Wünsche sind so vielfältig, dass man mit einem oder zwei Artikeln im Sortiment trotzdem kaum alle Wünsche abdecken kann. Ein Fahrradschloss kauft man ja nun auch mit dem Hintergedanken, es länger zu verwenden und ausnahmslos niemand würde wohl ein günstiges Schloss kaufen mit dem Gedanken "ach, wenn nichts anderes da ist, dann reicht heute mal das billige Zahlenschloss für mein 5000€-Fahrrad."
Ich kann das alles verstehen. Und trotzdem werde ich mal versuchen, irgendwo ein paar Schlösser aufzutreiben, die man hier mit anbieten kann – irgendwo in einem gesunden Mittelfeld hinsichtlich Preis und Sicherheit.
Der "
Roboter-SPAR" ist übrigens echt. Blogleser Alex hat mir eine Mail geschickt: "
… da es neulich Diskussionen gab, ob die Bilder des Roboter-Spar echt sind oder KI-generiert: der Laden existiert tatsächlich, heute bin ich daran vorbeigekommen. Das sind also tagesaktuelle Bilder hier. Und nicht KI-generiert."
Auch zu den originalen Bildern hatte ich vom Patrick die kurzen Videoschnipsel der iPhone-Live-Bilder bekommen. Die kann ich euch nicht zeigen, weil u.a. privates vom Ihm mit drauf zu sehen ist. Aber falls da nicht eine ganz große Verschwörung läuft, kann ich versichern, dass der Laden wirklich existiert.
Auf dem Aufsteller mit den
"Grinch"-Weihnachtsartikeln stehen auch mit Lebkuchen gefüllte Blechdosen mit integrierter Spieluhr. Mal gucken, wie oft wie die Melodie in den nächsten Wochen hier zu hören bekommen werden.
In England hatte Blogleserin Monika diese Flasche Cider der Eigenmarke von SPAR entdeckt. Vielen Dank für die Zusendung. Ich finde es immer wieder interessant, was es überall für Produkte unter der Marke SPAR zu kaufen gibt …
Wenn wir das Haus verlassen wollten, ist Eddie immer wieder mit absoluter Regelmäßigkeit an uns Vorbei in den Windfang gelaufen und hat sich dort auf die Fußmatte vor unsere Haustür gesetzt. "Ihr lasst mich jetzt nicht alleine!", war seine feste Meinung, die er auch ziemlich vehement verteidigt hat. Musste leider doch immer wieder sein.
Eine Möglichkeit, die Schlangen zu umgehen, ist übrigens zum Beispiel eine Reise mit
MSC im Yacht Club. Da ist der "Priority Check In" absolut wörtlich zu nehmen. Es geht nicht "etwas schneller", sondern es ist ein exklusiver Weg aufs Schiff.
In diesem Kommentar wollte Chris_aus_B vor ein paar Wochen wissen: "Wer bezahlt die Containerabholung/-leerung?"
Die Frage bezog sich auf den großen
Container hier auf dem Hof und lässt sich ganz einfach beantworten: "Umweltdienstleister"
Interseroh Interzero bezahlt für die Abholung und Entsorgung des Materials.
Der Luxus, dass der große Container hier auf dem Hof steht, kostet mich aber auch etwas. Rund 30 Euro im Monat für die reine Miete des Behälters, aber das ist zu verschmerzen. Dafür müssen wir nicht mit Säcken herumhantieren und brauchen uns nur rund alle vier Wochen mal um die Abholung zu kümmern.